• Willenlos-Wehrlos-Abgezockt

    Willenlos-Wehrlos-Abgezockt

    Von Schwester Bernadette Brommer

    SchwesteBrommerr Bernadette hat ein sehr wichtiges Thema aufgegriffen. Mit ihrem Buch Willenlos-Wehrlos-Abgezockt, zeigt sie auf, wie einfach es für Erbschleicher ist, alte Damen, unbemerkt von Freunden und Familie, erst einzulullen und dann abzuzocken.

    Die Ordensschwester hatte bei ihrer Arbeit eine gut situierte Seniorin kennengelernt, die trotz ihres angeschlagenen Gesundheitszustands, immer noch körperlich einigermaßen fit und geistig vollkommen auf der Höhe war. Sie leitete trotz ihrer schweren Erkrankung, einen Theaterkreis und war gut in ihrer Familie eingebettet und dadurch faktisch nie alleine. Durch ein gemeinsames Projekt entwickelte sich zwischen der Ordensschwester und der Seniorin eine Freundschaft. Als Schwester Bernadette nach einigen Monaten feststellte, dass es der Freundin gesundheitlich schlechter ging, bot nicht nur sie, sondern auch die beiden Schwestern der Seniorin ihre Hilfe an, die sie jedoch ausschlug.

    Irgendwann berichtete die alte Dame von einem jungen Mann, der ihr im Alltag zur Hand gehen würde. Dass dieser sich aus purem Eigennutz als netter Helfer in ihr Vertrauen schleicht, bemerkt weder sie noch Freunde und Verwandte.

    Nach und nach gelingt es diesem Filou sogar, sie von ihren Angehörigen zu isolieren.

    Auch in meiner Verwandtschaft hat ein Erbschleicher sein Unwesen getrieben. Deshalb weiß ich, dass es oft zu spät ist, bis man die Intrigenspiele solcher Halunken durchschaut. Nur das sich in meiner nahen Verandtschaft, eine wesentlich jüngere Frau mit einem Erbschleicher eingelassen hat, die auch nicht bemerkte, welch ein Exemplar Mann sich in ihrem Leben breitgemacht hatte.

    Es ist erschreckend, dass es den Schwestern der alten Dame und der Ordensschwester Bernadette Brommer, ähnlich erging. Man bemerkt zwar Veränderungen, lässt sich aber auch gerne, von der Erblasserin, durch fragwürdige Erklärungen beruhigen. Deshalb ist es auch im Fall der alten Dame nicht verwunderlich, dass erst nach dem Tod nach und nach aufgedeckt wird, welch schändliches Spiel der Erbschleicher gespielt hat.

    Diese Typen gaukeln große Hilfsbereitschaft und Mitgefühl vor. In unserem Fall wurde Liebe vorgegaukelt. Dann wird das Opfer von Familie und Freunden abgeschottet. Am Ende steht, willenlos, wehrlos und abgezockt.

    Besser hätte Schwester Bernadette den Titel und das Cover ihres Buches nicht treffen können.

    In der heutigen Zeit, wo immer mehr vererbt wird und immer mehr dieser meist jungen Absahner sich an gut situierte, einsame, kranke, allein lebende Frauen und sicher auch Männer heranmachen, muss in meinen Augen das Gesetz geändert werden. Es darf nicht sein, dass die gesetzlichen Erben den Beweis erbringen müssen, ob das vorgelegte Testament, wirklich dem freien Willen des Erblassers entspricht. Insbesondere, wenn der angebliche Erbe um viele Jahre jünger ist, als der Erblasser. Tatsächlich sollte der angebliche Erbe in der Beweispflicht sein. Zumal dieser ja in den meisten Fällen nach dem Tod die Möglichkeit hat, den Zugriff auf Beweismittel zu verhindern. Nur so kann man herausfinden, ob man es mit einem Erbschleicher zu tun hat.

    Für mich ist dieses Buch fünf Sterne wert.

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